In immer mehr Bundesländern wird 2G als Lösung für Gastronomen, Veranstalter und viele weitere Branchen angeboten. So soll die anlaufende vierte Welle der Corona-Pandemie möglichst ohne einen erneuten Lockdown bewältigt werden. Doch ist 2G aus wirtschaftlicher Licht besser? Und wie genau unterscheidet sich die finanzielle Auswirkung der neuen 2G Regelung vom generellen Lockdown?
 

Diese Kosten entstehen in einem erneuten Lockdown

Vor allen in Branchen wie der Gastronomie und Kultur hat der Lockdown im vergangenen Winter über viele Monate hinweg für einen kompletten Verdienstausfall gesorgt. Allein in dieser Phase ist ein finanzieller Schaden in Höhe von 70 Milliarden Euro entstanden. Eine Studie des Leibnitz-Instituts schätzt den möglichen Schaden eines weiteren Lockdowns zwar geringer ein, doch auch weitere 52 Milliarden Euro Belastung, die aus der Studie hervorgehen, sind für den Staat kaum zu bewältigen.

Die damit verbundene Einbuße des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von weiteren 0,6 Prozentpunkten wäre für viele Betriebe mit der sicheren Insolvenz verbunden. Sollte ein weiterer Lockdown hingegen in Verbindung mit einer 2G Regelung zum Tragen kommen, wären die Folgen spürbar geringer. Bei einem konstanten Anstieg der Impfquote läge diese bis zum Lockdown etwa bei 75 Prozent.

Dementsprechend werden bei einer vollständigen Anwendung der 2G Regelung etwa 25 Prozent der Menschen von vielen Bereichen des Konsums ausgeschlossen. Auch hierbei gilt jedoch wie bereits in vergangenen Lockdowns die Differenzierung zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Betrieben. Der Lebensmitteleinkauf bliebe somit auch Ungeimpften natürlich nicht verwehrt. Laut wirtschaftlicher Berechnung würde diese Form des Lockdowns lediglich 13 Milliarden Euro kosten.

Welche Auswirkungen hätte ein 2G Lockdown?

Auch wenn das Szenario eines Lockdowns für Ungeimpfte bisher noch nicht aktiv diskutiert wird, lassen sich die wirtschaftlichen Folgen bereits gut vorhersagen. So würde der Lockdown mit der Ausnahme für Geimpfte und Genesene einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um etwa 0,15 Prozentpunkte bedeuten. Im direkten Vergleich zum Lockdown ist dies nur etwa ein Viertel.

Durch die vielen neu geschaffenen Maßnahmen und Hilfsinstrumente werden die Folgen einer erneuten Schließungswelle von Experten aber ohnehin deutlich milder eingeschätzt. So haben sich auch die Hilfsangebote für betroffene Unternehmen vom Gießkannenprinzip in eine geordnete Form überleiten lassen, die meist an den richtigen Stellen hilft. Aus finanzieller Sicht bleibt der Lockdown für Ungeimpfte aber natürlich das kostengünstigste Mittel, ohne Grundrechte aktiv zu beschneiden.

Die politische Frage nach den richtigen Maßnahmen

Ob es zu einer allgemeinen Einschränkung kommt, ob Ungeimpfte ausgeschlossen werden oder ob es bei den aktuellen Maßnahmen bleibt, lässt sich derzeit nur erahnen. Bis zur Bundestagswahl am 26. September wird es hier wohl keine Überraschungen mehr geben. Zu groß ist das Risiko, sich selbst auf das moralische Glatteis zu bewegen und das Leben von Millionen Menschen zu beschränken. So bleibt das wirtschaftlich günstigste Szenario natürlich eine Vermeidung weiterer Schließungen, unabhängig davon, ob diese für die ganze Bevölkerung oder nur für Ungeimpfte gelten. Sollte ein weiterer Lockdown nicht vermeidbar sein, ist das 2G Modell jedoch die finanziell günstigere Lösung.

Sollten Sie als Unternehmer selbst von den wirtschaftlichen Folgen betroffen sein, stehen Ihnen in den meisten Fällen Zuschüsse und bares Geld zu. Als Fördermittelexperte und Finanzexperte bieten wir Ihnen daher den nötigen Überblick im Förderdschungel Deutschlands und informieren Sie direkt hier über alle Details.